DGE Rollout

Tiefengeothermie im Nordwesten Europas

Um den Klimawandel zu bremsen, braucht es kohlendioxidarme Technologien, insbesondere im Sektor Wärme. Statt Kohle, Öl und Gas zu verbrennen, um Heizung zu betreiben und Industriewärme zu erhalten, könnte Tiefengeothermie (DGE, deep geothermal energy) nachhaltige Energie bereitstellen.

Die Erkundung von DGE in den meisten Regionen Nordwest-Europas (NWE) erfordert jedoch spezifisches Know-how und Technologien in den komplexen geologischen Situationen, die im Untergrund von Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Belgien herrschen.

Stark gestörte hochpermeable Kalksteine und grobe klastische Gesteine in drei bis vier Kilometer Tiefe könnten Thermalwasser von bis zu 150 Grad Celsius liefern für Fernwärmenetze in Ballungsräume und industrielle Großverbraucher.

Ziel

Ziel von DGE-Rollout ist es, die Grundlagen für den verstärkten Einsatz von DGE in NWE für große Infrastrukturen zu legen. Dies soll durch Kartierung und Vernetzung, durch die Anwendung innovativer Entscheidungs- und Explorationsstrategien und durch Tests zur Produktionsoptimierung erreicht werden.

Im ersten Arbeitspaket stell DGE-ROLLOUT die Wissensbasis der Tiefengeothermie zur Entwicklung des Marktes in Nordwesteuropa bereit: Ressourcenpotenziale, Markt/Investoren-Korrelation und aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen werden grenzüberschreitend zusammengestellt. Die Zusammenführung der vielen Basisquellen macht es möglich regionale Investitions-Hotspots und Investorenprofile zu identifizieren.

Im zweiten Arbeitspaket schafft DGE-ROLLOUT die Grundlage für Entscheidungen über Investitionen in die Infrastruktur der Tiefengeothermie und Explorationsstrategien, die im Vergleich zu den derzeitigen Methoden kostengünstiger, risikoärmer und zuverlässiger sind. Es verbessert die geologische Karte für die Tiefengeothermie und entwickelt eine standardisierte Checkliste für den Entscheidungsablauf mit dem Ziel, das Risiko von DGE-Projekten in NWE zu verringern. Final sollen innovative Techniken unter realen Bedingungen an zwei Standorten demonstriert werden, etwa Hochtemperatur-Wärmepumpen oder kaskadierten Wärmepumpensystemen.

© Fraunhofer IEG/Schinarakis
Spalten und Klüfte (hell) in Kalkgestein (dunkel), die an der Oberfläche verfüllt sind könnten in der Tiefe von mehreren Kilometern von heißem Thermalwasser gelöst und durchflossen sein.
© Fraunhofer IEG/Schinarakis
Kalksteine können Schichtdicken mehrere Hundert Meter erreichen und wurden in Steinbrüche als Baustoff abgebaut.

Projektpartner

Bureau de Recherches Géologiques et Minières (Frankreich), Deutsches Bergbau-Museum (Deutschland), Deutsche Erdwärme GmbH & Co. KG (Deutschland), DMT GmbH & Co. KG (Deutschland), Durham University (England), Energie Beheer Nederland B. V. (Niederlande), European Geothermal Energy Council (Belgien), Geological Survey Ireland (Irland); GeoThermal Engineering GmbH (Deutschland), Geologischer Dienst NRW (Deutschland), Institut royal des Sciences naturelles de Belgique – Service géologique de Belgique (Belgien), Nederlandse Organisatie voor toegepast-natuurwetenschappelijk onderzoek (Niederlande), Ruhr-Universität Bochum (Deutschland), RWE Power AG (Deutschland), Technische Universität Darmstadt (Deutschland), unique Wärme GmbH & Co. KG (Deutschland), Vlaamse Instelling voor Technologisch Onderzoek (Niederlande)

Förderung

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