Veranstaltung

Nordrhein-Westfalen holt die Wärme aus der Tiefe

Pressemitteilung /

Nordrhein-Westfalen fördert wie kaum ein anderes Bundesland Geothermie als eine der wichtigsten Quellen für die künftige Wärmeversorgung. Die Landesregierung finanzierte bereits zahlreiche eigene Messungen und Bohrungen in mehreren Regionen und federt Risiken für Unternehmen durch eigene Programme finanziell ab. Auf der 21. Geothermiekonferenz in Bochum wurden nun auf Einladung der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate und der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastruktur und Geothermie IEG Erfolge und Vorreiterprojekte vorgestellt.

© Philip Lehmann, NRW.Energy4Climate
© Philip Lehmann, NRW.Energy4Climate
© Philip Lehmann, NRW.Energy4Climate

Geothermie IEG Erfolge und Vorreiterprojekte vorgestellt.

Die Geothermie in Nordrhein-Westfalen drängt mit Macht von der Forschung in die Anwendung wie die Konferenz zeigt. Viele auch leistungsstarke Praxisbeispiele der oberflächennahen Geothermie geben Orientierung für Kommunen, Wohnungswirtschaft, Planungsbüros, Stadtwerken und Energieversorgern. Aber auch für Projekte in bis zu 4.000 Metern Tiefe benötigen Energieversorger und Kommunen eine fundierte Entscheidungsgrundlage. Dafür liefert unter anderem ein großes, seit Anfang 2025 laufendes Forschungsprojekt im Rheinischen Revier, das Reallabor Geothermie Rheinland, wichtige Daten durch geophysikalische Messungen und Erkundungsbohrungen.

Prof. Rolf Bracke, Leiter des Fraunhofer IEG: »Auf Basis dieser Daten können Kommunen und Wirtschaft Entscheidungen für ihre Wärmeversorgung treffen. Das senkt die Investitionsrisiken, schafft Planungssicherheit für alle Akteure, ermöglicht regionale Wertschöpfung und soll so den Strukturwandel im Rheinischen Revier voranbringen. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen können das Datenmaterial zudem als Ausgangspunkt eigener Forschung verwenden. Und nicht zuletzt erproben wir im Rheinland die Prozesse und Methoden, von denen auch Gemeinden und energieintensive Industrie in ganz NRW profitieren können.«

Christian Mildenberger, Geschäftsführer von NRW.Energy4Climate: »Bis zum Jahr 2045 soll Geothermie 15 bis 20 Prozent des nordrhein-westfälischen Wärmebedarfs decken. Insbesondere für die kommunale Wärmeplanung mit dem Um- und Neubau von Wärmenetzen in Städten ist Erdwärme ein hochrelevanter Baustein. Tiefe Geothermieprojekte sind in vielen Regionen möglich: Messungen und Bohrungen des Geologischen Dienstes von Ostwestfalen-Lippe über das Münsterland, Ruhrgebiet, Rheinland bis nach Aachen haben bereits erfolgsversprechende Ergebnisse geliefert, auf denen Unternehmen nun aufbauen und Geothermie-Pionier werden können.«

 

Planung weiterer Erkundungsbohrungen

Wie Unternehmen selbst Seismik und Planung von Erkundungsbohrungen planen können, zeigen Energieversorger aus Aachen, Düsseldorf und Duisburg.  So planen beispielsweise die Stadtwerke Duisburg im ersten Halbjahr 2028 eine Erkundungsbohrung auf ihrem Gelände. Sie soll genauere Informationen liefern, wie die Gesteinsschichten und Wasservorräte in bis zu 4000 Metern Tiefe aussehen. Nach ersten Erkenntnissen des Geologischen Dienstes werden Reservoire mit 80 bis 130 Grad heißem Wasser vermutet. Duisburg will damit seine Fernwärme idealerweise bis 2035 klimaneutral aufstellen. Das Land unterstützt das Projekt finanziell.

 

Attraktive Förderung und Unterstützung in NRW

Das Förderprogramm in NRW erleichtert den Einstieg in Projektvorhaben wie dieses für Unternehmen und Kommunen mit Förderquoten für Vor- und Machbarkeitsstudien von rund 60 Prozent. Bei Untergrunderkundungen unterstützen darauf aufbauende Förderungen für 2- und 3-D-seismische Messungen und Erkundungsbohrungen. NRW sichert als erstes Bundesland auch einen Großteil des Fündigkeitsrisikos ab: mit bis zu 60 Prozent der Kosten für die Bohrung, falls im Untergrund kein oder zu wenig nutzbares warmes Wasser gefunden wird.

Zudem unterstützt das »Kompetenzzentrum Wärmewende NRW« als zentrale Anlaufstelle des Landes Unternehmen und Kommunen mit Daten und Informationen zu geologischen Gegebenheiten, zu Fördermöglichkeiten und mit Vernetzung. NRW.Energy4Climate hilft im Zuge der kommunalen Wärmeplanung bei der Potenzialbestimmung, mit Leitfäden sowie Musterleistungsverzeichnissen für Vor- und Machbarkeitsstudien.

 

Zum Programm der NRW-Geothermiekonferenz:  https://www.energy4climate.nrw/event/geothermiekongress

 

#NRWwirdklimaneutral:

Nordrhein-Westfalen will die erste klimaneutrale Industrieregion Europas werden. Die Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz NRW.Energy4Climate unterstützt Unternehmen und Kommunen in Nordrhein-Westfalen dabei, Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen und von ihnen zu profitieren. Ziel ist es, die Transformation in den vier relevanten Sektoren Energiewirtschaft, Industrie, Wärme & Gebäude und Mobilität sektorenübergreifend zu beschleunigen, damit Nordrhein-Westfalen so schnell wie möglich klimaneutral und dabei als Industrie- und Dienstleistungsstandort für die Zukunft gestärkt wird. Weitere Informationen unter www.energy4climate.nrw.

 

Fraunhofer IEG

Wir gestalten die klimaneutralen Energiesysteme der Zukunft.

Die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG ist eine Denkfabrik für die Energiewende und entwickeln unsere Ideen von der Skizze bis zur Umsetzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Energiesystemtransformation. Mit unseren Partnern aus der Wirtschaft und der öffentlichen Hand identifizieren wir Projekte mit großer Relevanz für den Klimaschutz, machen echte Anwendungen möglich und gestalten die Energiewende. Unsere Standorte liegen in den Strukturwandelregionen Lausitz, Rheinland und Ruhrgebiet sowie in der Industrieregion Oberrhein. Mit dem Know-how unseres Teams unterstützen wir die nachhaltige Transformation vor Ort, auf nationaler Ebene und im internationalen Raum. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vereinen dafür die notwendigen Fachkompetenzen aus den Feldern Analyse, Betriebsführung und Planung sektorengekoppelter Strom-, Gas- und Wärmenetze, Bohr- und Geotechnologien, Energie- und Verfahrenstechnik, Energiewirtschaft, Georessourcen und Geowissenschaften, Speichersysteme und Wasserstoffinfrastrukturen.