Untersuchung des Untergrundes

»Reallabor Geothermie Rheinland« erhält Erlaubnis für geophysikalische Messkampagne

Pressemitteilung /

Forschende vermuten im Untergrund des Rheinischen Reviers zwischen Aachen, Jülich und Düren genug Wärme, um 200.000 Haushalte auf Dauer zu beheizen. Deshalb haben Bund und Land NRW das Fraunhofer IEG mit der Untersuchung des dortigen Untergrundes beauftragt. Das Team hat im »Reallabor Geothermie Rheinland« nun einen wichtigen Meilenstein erreicht: Die Bergbehörde Arnsberg genehmigte die Durchführung einer sogenannten seismischen Erkundung zwischen Baesweiler, Eschweiler und dem Hürtgenwald.

Die Karte zeigt die Planung der Profillinien, Stand November 2026
© Fraunhofer IEG/Jüstel
Die Seismik führt an Eschweiler vorbei nach Inden und von Baesweiler in den Hürtgenwald

Bei einer seismischen Erkundung senden Forschende Schallwellen in den Untergrund. Diese akustischen Wellen brechen an den verschiedenen Gesteinsschichten, werden reflektiert und anschließend an der Erdoberfläche aufgezeichnet. (Siehe dazu die »Übersicht der Maßnahmen zur Datengewinnung und -analyse« unter www.erdwaerme-rheinisches-revier.de). Das resultierende Abbild des Untergrundes ähnelt optisch einer Ultraschallaufnahme in der Medizin.

Die Messung erfolgt entlang von zwei insgesamt ca. 35 km langen Profilen, um große Bereiche des Untergrundes auf seine Eignung für Erdwärme hin zu erkunden. Die vom Fraunhofer IEG anvisierten Messstrecken verlaufen nach Absprache mit Gemeinden und Besitzern vor allem auf öffentlichen Straßen, teilweise auch über Flächen der Forst- und Feldwirtschaft (siehe Grafik).

Beteiligung der Betroffenen

Im Vorfeld der Zulassung des Hauptbetriebsplans beteiligte die Bergbehörde die zuständigen Träger öffentlicher Belange, wie lokale Behörden, Umweltverbände oder Infrastrukturbetreiber an der geplanten Maßnahme. Anregungen aus diesem Kreis sind in den Zulassungsbescheid eingeflossen. Parallel hat das Fraunhofer IEG Kontakt zu den betroffenen Landbesitzern aufgenommen. Mit der nun erteilten Zulassung des Hauptbetriebsplan geht das Team in die Umsetzungsplanung und wird konkrete Messstrecken und -zeiten festlegen.

Umfangreiche Kommunikation im Vorfeld

Das Fraunhofer IEG will die seismische Untersuchung voraussichtlich Anfang 2027 durchführen. Schon seit Start des Projektes stellt Fraunhofer IEG das Projekt in politischen Gremien, bei Bürgertagen und auf Veranstaltungen der Zukunftsregion Rheinisches Revier vor. Im Vorfeld der Messung wird das Forschungsinstitut umfangreich über die konkreten Maßnahmen informieren: Dazu sind etwa öffentliche Infomärkte und persönliche Anschreiben an die Anwohner der Messstrecke geplant. Schon heute erhalten Interessierte ständig aktualisierte Informationen über die Projektwebsite www.erdwaerme-rheinisches-revier.de.

Reallabor Geothermie Rheinland

Mit Fördermitteln von Bund und Land NRW erkundet das »Reallabor Geothermie Rheinland« für das Rheinische Revier, seine Bevölkerung und die heimische Industrie den Untergrund auf der Suche nach dem Bodenschatz Erdwärme. Das Fraunhofer IEG errichtet in den kommenden Jahren eine Forschungsplattform für die Nutzung von Erdwärme und zur Entwicklung von Geotechnologien im Rheinischen Revier. Das Ziel: erforschen, welche Potentiale für Erdwärme vorliegen und wie man diese technisch sicher erschließen kann.

Hierfür untersucht das Fraunhofer IEG den geologischen Untergrund in einem rund 350 km² großen »Erlaubnisfeld zur Aufsuchung von Erdwärme für wissenschaftliche Zwecke«. Dieses Erlaubnisfeld liegt zwischen Aachen, Jülich und Düren und umfasst die Kommunen rund um Eschweiler. Das Reallabor sammelt in den nächsten Jahren möglichst viele Daten über den Untergrund und führt seismologische, hydrologische und thermische Messungen durch. Die Forschenden verknüpfen alle Daten über den Untergrund und erstellen daraus ein 3D-Modell. Die resultierenden Daten sind öffentlich und stehen allen Akteuren zur Verfügung, die Erdwärme für die Region nutzbar machen wollen.