Auszeichnung

Bundesverdienstkreuz für Forschung im Strukturwandel

24. September 2020

Im Aachener Rathaus erhielt der Bochumer Professor Rolf Bracke heute das Bundesverdienstkreuz aus den Händen des Oberbürgermeisters Marcel Philipp. Bracke wird damit für seine Forschung zur Geothermie geehrt und für die Impulse, die er dafür am Standort NRW setzen konnte, indem er Akteure aus der Wissenschaft und der Wirtschaft sowie der Gesellschaft und der Politik vernetzte.

Prof. Rolf Bracke (re.) erhält das Bundesverdienstkreuz, hier mit Marcel Philipp (li.), Oberbürgermeister der Stadt Aachen.
© Fraunhofer IEG
Prof. Rolf Bracke (re.) erhält das Bundesverdienstkreuz von Marcel Philipp (li.), Oberbürgermeister der Stadt Aachen.
Laudator der Verleihung war Professor Jürgen Bock, Präsident der Hochschule Bochum.
© Fraunhofer IEG
Laudator der Verleihung war Professor Jürgen Bock, Präsident der Hochschule Bochum.

Bracke war 2006 der Gründer des Internationalen Geothermiezentrums GZB in Bochum. Unter dem Motto „Vom Kohlebergbau zum Wärmebergbau“ hat er Wege aufgezeigt, vorhandene Kompetenzen in der mittelständigen Steinkohle-Zulieferindustrie für neue Anwendungen in der nachhaltigen Energiewirtschaft zu nutzen und so den Strukturwandel im Ruhrgebiet aktiv zu gestalten.

„Rolf Bracke hat im Bereich der Erdwärme als nachhaltige, klimaschonende Energiequelle Wesentliches für die anstehende Energiewende und für die Sicherung der zukünftigen notwendigen Wärmeversorgung unseres Landes geleistet und damit – weit über Bochum, NRW und Deutschland hinaus - Weichen für die Zukunft gestellt“, sagte der Laudator der Verleihung Professor Jürgen Bock, Präsident der Hochschule Bochum. „Sein außerordentliches Engagement, sein unermüdlicher Einsatz und seine strategische Weitsicht haben dazu geführt, dass Nordrhein-Westfalen im Bereich der Geothermie auch International einen Spitzenplatz einnimmt und das Bochum als Weltstadt der Geothermie bezeichnet wird.“

„Mich hat immer angetrieben zu sehen, wie meine Forschung einen Beitrag für Wirtschaft und Gesellschaft leistet“, erklärt Bracke. „Meine Erfahrungen aus dem Ruhrgebiet will ich nun in neuer Funktion auch in das Rheinland, die Lausitz und andere von der Energiewende besonders betroffene Regionen übertragen.“

Rolf Bracke ist Gründungsdirektor der neuen Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie, kurz Fraunhofer IEG, die Anfang 2020 ihre Arbeit zur Energiewende an zugleich sieben Standorten – unter anderem Aachen und Bochum – in Deutschland aufgenommen hat und in die das Internationale Geothermiezentrum Bochum GZB integriert wurde. Das GZB als Verbundforschungseinrichtung der Wirtschaft und der Wissenschaft in Bochum leitete er seit 2006 und besetzte seit 2002 an der Hochschule Bochum die Professur für Geothermie und Umwelttechnik.

Im Mai 2020 wurde Bracke auf den neuen Lehrstuhl für Geothermische Energiesysteme an der Fakultät für Maschinenbau der Ruhr-Universität Bochum (RUB) berufen. Bracke war von 2013 bis 2020 im Vorstand der International Geothermal Association und von 2006 bis 2009 Vizepräsident für Forschung der Hochschule Bochum. Zwischen 1994 und 2006 war er Geschäftsführer der Firma ECOS Umwelt. 1995 erwarb er seinen Doktortitel in Geologie an der RWTH Aachen. Der 58-Jährige wohnt in Aachen, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.